VON NICO GRÜNKE*
Der Stolz war den Mädchen und Jungen bei der Siegerehrung anzusehen. Beim „Anradeln“ – der Saisoneröffnung auf der Merseburger Radrennbahn – stand ein Omnium-Wettkampf für den Rennsport-Nachwuchs aus Sachsen-Anhalt auf dem Programm. Der Wettbewerb kann in etwa als eine Art Mehrkampf umschrieben werden.
„Wir haben drei Disziplinen aus dem Bahnradsport in Merseburg geboten“, erzählte Stefan Thomé. Der Geschäftsführer des Landesverbandes Radsport Sachsen-Anhalt brachte den noch nicht eingefleischten Radsportfans den interessanten Wettbewerb näher: „Wir haben zum Anfang ein Rundenrekordfahren dabei“, erzählte er.
Dabei mussten die Mädchen und Jungen so schnell wie möglich eine Runde auf der mehr als 375 Meter langen Bahn fahren. Die zweite Disziplin beim Omnium war das sogenannte Scratch-Rennen. Dabei geht es im Prinzip ganz klassisch darum, nach einer bestimmten Anzahl an Runden als Erster über die Ziellinie zu fahren.
Die dritte Disziplin war das Punktefahren, bei dem es aller zwei Runden für die jeweils ersten vier Fahrer fünf, drei, zwei beziehungsweise einen Punkt gab. Wer in allen drei Disziplinen gut war, hatte gute Aussichten auch in der weit vor zu landen.
Das gelang am Samstag vor allem jungen Radsportlern vom Verein RadUnion Halle. Mehrere Vereine, unter anderem der RSV Osterweddingen und der HRSC Wernigerode, waren für das „Anradeln“ nach Merseburg gekommen. Aber auch Nachwuchsfahrer von der Trainingsgruppe des Landesverbands in Merseburg zeigten gute Leistungen. „Das freut uns sehr“, sagte Thomé.
Die Gruppe trainiert mit Unterstützung des Landesverbandes Radsport Sachsen-Anhalt und des FV Radrennbahn Merseburg unter der Leitung der ehemaligen Olympiateilnehmerin Olena Kozakova. Unterstützt wird diese sportliche Projekt „Radsportzukunft auf der Bahn Merseburg“ bereits im zweiten Jahr mit 60 Prozent Fördermitteln des Landes Sachsen-Anhalt und erstmals auch mit 5.000 Euro von der Stadt Merseburg.
„Mit den Fördermitteln wird in erster Linie die Honorarstelle unserer Trainerin finanziert“, so Thomé, „aber auch die Kosten für den Wettkampf wie Medaillen, Urkunden, Pokale oder der Sanitätsdienst können wir davon bezahlen.“
Das gelungene Debüt der Merseburger Kinder und Jugendlichen ist dabei ein starkes Zeichen, dass sich der Nachwuchsradsport auf der traditionsreichen Bahn weiterentwickelt.
Die Aussichten scheinen also gar nicht schlecht, dass bald auch aus Merseburg wieder erfolgreiche Radfahrer kommen. Damit die Möglichkeit weiter besteht, will der Radsportverband in Kooperation mit dem Förderverein Merseburg die Rahmenbedingungen weiter verbessern. Die Bahn wurde bereits wieder fahrtauglich gemacht. Die offizielle Wettkampftauglichkeit ist das nächste erklärte Ziel.
Außerdem soll noch das Umfeld mit Renovierungsarbeiten an den Gebäuden aufgewertet werden. Zudem wird eine Nachwuchs-Rennserie etabliert.
Den Sieg in der U11 holte sich Luk Marten Ott (RSV Osterweddingen), gefolgt von Nils Sandner (HRSC Wernigerode) und Nils Slawinski (Osterweddingen). Vierter wurde Mark Liakhau von der TG Merseburg.
In der U13 dominierte der RSV Osterweddingen: Platz eins ging an Linus Schubert, gefolgt von Linus Ott. Die Drittplatzierte Leni Meinecke war gleichzeitig das beste Mädchen. Die weiteren Plätze belegten Emil Alsleben, Pepe Zühlke (beide Wernigerode), die beiden Merseburger Henry Breternitz und Fred Lange sowie Tim Sandner (Wernigerode) und Hleb Liakhau (Merseburg).
Den ersten Platz der U15 sicherte sich Eliah Blaschke (Radunion Halle) vor seinem Vereinskameraden Yorik vn Seggern. Bronze ging an Michel Sandner (Wernigerode). Dahinter platzierten sich Vincent Reiser und Frieda Meier (beide Osterweddingen), Franz Brüggener (RU Halle) und Moritz Aebersold (Osterweddingen).
Seit dem Wochenende können nun Interessierte immer samstags zwischen 10 Uhr und 12 Uhr auf der Radrennbahn ihre Runden drehen. Zudem gibt es jeden Donnerstag Abend von 17 bis 19 Uhr eine Trainingsöffnungszeit für ambitionierte Rennradfahrende Der Förderverein organisiert zudem wieder einige interessante Veranstaltungen.
*Nico Grünke ist freiberuflicher Journalist und ehemaliger Radrennsportler aus Merseburg. Sein Beitrag erschien am 31. März 2026 in der Mitteldeutschen Zeitung – Neuer Landbote Merseburg
Radsport SAH Landesverband Radsport Sachsen-Anhalt e.V.
