Bahn: Pauline Grabosch ist UCI-Weltmeisterin im 1000-Meter-Zeitfahren

Pauline Grabosch ist neue UCI-Weltmeisterin im 1000-Meter-Zeitfahren. Bei der Bahn-WM in Shanghai (China) krönte sich die 28-Jährige damit erstmals zur Titelträgerin in einer Elite-Einzeldisziplin.

Vor zehn Jahren hatte die gebürtige Magdeburgin, die ihre Karriere beim RSV Osterweddingen begann,  bei der Junioren-Bahn-WM im schweizerischen Aigle zuletzt Gold im 500-Meter-Sprint sowie im Zeitfahren gewonnen. Ihren bisher letzten internationalen Einzeltitel holte sie indes 2017 bei der U23-EM im 500-Meter-Zeitfahren.

„Der WM-Titel bedeutet mir alles“, sagte die Olympia-Dritte im Teamsprint von 2024. „Ich meine, es war immer etwas Besonderes, das Podium mit den anderen Mädels zu teilen, aber ich glaube, es ist zehn Jahre her, seit ich ganz allein auf dem obersten Treppchen stand.“

Titelverteidigerin in letzter Runde übertrumpft

Grabosch selbst gab sich über ihren Erfolg sehr überrascht. „Ich habe meine persönliche Bestleistung um fast zwei Sekunden verbessert, von dem her war ich nie die Favoritin heute“, sagte sie im Interview mit radsportnews.com.

Schon in der Qualifikation fuhr Grabosch deutliche Bestzeit, lag fast acht Zehntelsekunden vor der Konkurrenz. Das bestätigte die fünffache Teamsprint-Weltmeisterin im Finale. Grabosch hatte dort zwar nicht die schnellsten Rundenzeiten – aber sie fuhr konstant und war auch hinten raus noch schnell unterwegs, schneller als alle anderen.

„Ich bin das erste Mal als Allerletzte am Start gestanden. Für mich war es wichtig, die Ohrstöpseln so tief in die Ohren zu stecken, damit ich keine Zeiten höre. Ich wollte mich nicht aus der Ruhe bringen lassen“, erzählte Grabosch

Mit einer Fahrzeit von 1:04,572 Minuten verwies sie die Titelverteidigerin Hetty van de Wouw (Niederlande/1:05,223) um mehr als sechs Zehntelsekunden klar auf Platz zwei. Dritte wurde mit Sofie van Rooijen (1:05,398) ebenfalls eine Niederländerin.

Das 1000-Meter-Zeitfahren gibt es für Frauen erst seit 2025. Grabosch: „Ich wollte der Welt einfach zeigen, dass ich zu mehr fähig bin als nur zu einer einzigen Runde. Ich war früher die Anfahrerin, jetzt fahre ich Position drei im Teamsprint, und ich glaube, nicht viele Leute hätten gedacht, dass ich Weltmeisterin über 1000 Meter werden könnte.“

Zum WM-Auftakt hatte Grabosch mit ihren Teamkolleginnen bereits Bronze im Teamsprint gewonnen.

In der Qualifikation fuhren Clara Schneider, Lea Sophie Friedrich und Grabosch die drittschnellste Zeit und bestätigten ihre Leistung auch im Halbfinale. Dort setzten sie sich gegen die Niederlande durch und erreichten damit das Kleine Finale um Bronze.

In dem Rennen gegen die neutralen Athletinnen lag das deutsche Trio zunächst zurück, doch Grabosch sicherte mit einer starken Schlussrunde die Bronzemedaille.

„Mit Bronze sind wir sehr zufrieden und lässt uns positiv auf die weiteren Wettbewerbe blicken“, erklärte Bundestrainer Jan van Eijden. „Auf der Position eins ist Clara im Vergleich mit China und Großbritannien leider noch etwas zu langsam, aber Lea hat dann super übergeben und Pauline war als Schlussfahrerin wieder saustark. Sie hat im Finale sogar die schnellste Zeit auf ihrer Position gefahren.“

„Eigentlich fühlt sich die Bronzemedaille wie eine Goldmedaille an“, freute sich Schneider über ihre erste WM-Medaille in der Elite-Klasse. „Wir sind hier ohne große Erwartungen reingegangen, weil wir einfach nicht wussten, wie wir uns momentan weltweit einordnen können. Deswegen können wir super stolz sein und sind unglaublich glücklich, Bronze mit nach Hause zu nehmen.“ (Text: gc/rsn/lvr – Fotos: GC-Medienservice)

 

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