
Von Nico Grünke*
Die Schramme am linken Unterschenkel schien Eliah Valentin Blaschke nicht großartig zu interessieren. Scheinbar unbeeindruckt von der leichten Schürfwunde zog der junge Radsportler weiterhin seine Runden.
Gemeinsam mit zahlreichen Gleichgesinnten war Eliah am 31. Mai auf der Merseburger Radrennbahn anzutreffen. Eine Station des sogenannten Rookie-Cups stand dort auf dem Programm.
Stolze Teilnehmer
Der Rookie-Cup ist eine noch relativ junge, vom Landesverband Radsport auf die Beine gestellte Rennserie. Doch nicht im klassischen Sinne – also mit Rennrädern auf der 375 Meter langen Radrennbahn – wurde in unterschiedlichen Altersklassen um vordere Platzierungen gekämpft.
Gefahren wurde auf den robusten und geländetauglichen Mountainbikes. Eine knapp ein Kilometer lange Runde, die teils auf der Bahn entlang, aber auch auf dem Gelände daneben verlief, musste mehrfach bewältigt werden.
Bei den unter 15-Jährigen war Eliah Valentin Blaschke gemeinsam mit seinem Trainingspartner Yorik von Seggern an den Start gegangen. Beide gehören zum Verein Radunion Halle. Zielstellung mit Blick auf den Wettkampf in Merseburg war für beide jeweils eine Podestplatzierung.
Das erzählten sie beim Warmfahren auf einer sogenannten Rolle – dabei bewegt man sich ähnlich wie auf einem Laufband auf der Stelle. „Das ist wichtig für die Muskulatur“, erwähnte Yorik während seines Warmfahrprogramms.
Wenig später zeigten er und Eliah im Rennen, dass sie den Mund nicht zu voll genommen hatten. Yorik konnte den Wettbewerb gewinnen. Eliah erreichte trotz seines Sturzes auf dem regennassen Kurs immerhin noch Rang zwei.
Damit konnten sich die beiden Hallenser die begehrten Sieger-Trophäen und darüber hinaus wichtige Punkte für die Gesamtwertung des Rookie-Cups sichern.
Das gelang am Sonntag auch Helena Wolff. Die Elfjährige kam bei den Mädchen in ihrer Altersklasse als Zweite ins Ziel. Für die „Traildevils“ aus Querfurt war das Mädchen in Merseburg an den Start gegangen. Unter der Bezeichnung sind die Mountainbiker vom TSV Querfurt bekannt.
Die Radsportabteilung ist noch jung. Sie wurde erst vor ein paar Jahren ins Leben gerufen. „Mittlerweile sind wir um die 20 Sportler“, war von Vater Thomas Wolff zu erfahren. Es gibt mehrere Trainingsgruppen, die regelmäßig im Gelände unterwegs sind. Er hat ein Fahrradgeschäft in Querfurt und hilft den Radsportlern mit Rat und Tat.
Durchführung in Weißenfelser Hand
Unterdessen war White Rock Weißenfels wesentlich an der Durchführung des Wettkampfs beteiligt. Die Strecke hatten sie unter anderem ausgewählt und vorbereitet. Neben den eigentlichen Rennen gab es auch einen Hindernisparcours. Wer den ohne Absteigen bewältigen konnte, durfte sich ebenfalls über einen der schönen Siegerpokale freuen.
Hier zeigten vor allem die ganz Kleinen, dass sie ihre Räder schon erstaunlich gut im Griff haben. „Radbeherrschung ist mit das Wichtigste“, erwähnte Nick Planert. „Der Rest kommt dann fast von allein“, ergänzte der White Rock-Vorsitzende und sprach in dem Zusammenhang das Fahren im Feld – also in der Gruppe – an. Viele der jungen Mountainbiker zeigten sich in Merseburg vielseitig.
Bahnrennen des Rennrad-Landesnachwuchscups verschoben
„Wir hätten gern noch das Rennen auf der Bahn mitgemacht“, erzählten etwa Eliah und Yorik. Dafür hatten sie neben den Mountainbikes noch Rennräder mitgebracht.
Doch wegen des Regens konnten die für den Nachmittag geplanten Bahnwettbewerbe nicht über die Bühne gehen.
Die Sturzgefahr ist bei Nässe vor allem in den erhöhten Kurven zu groß. „Die Wettkämpfe sind aber nicht ausgefallen“, sagte Nick Planert. „Wir werden das nachholen“, ergänzte er.
Die Organisatoren waren dennoch zufrieden mit dem Wettkampf in Merseburg. Rund 50 junge Radsportlerinnen und Radsportler hatten sich insgesamt daran beteiligt. Für die Bahnrennen lagen rund 40 Anmeldungen vor.
*Nico Grünke ist freiberuflicher Journalist und ehemaliger Radrennsportler aus Merseburg. Sein Beitrag erschien am 2. Juni 2026 in der Mitteldeutschen Zeitung
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Radsport SAH Landesverband Radsport Sachsen-Anhalt e.V.

